Kleines Schützen-ABC
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Artillerie |
Die Artillerie bezeichnet eine Truppengattung, die mit großkalibrigen Geschützen arbeitet. In Schützenzügen ist sie meist beritten und führt eine odere mehrere Kanonen mit sich. |
| Bruderschaft | Die Bruderschaften sind die älteste Organisationsform des Schützenwesens. Sie entstanden im Spätmittelalter und vereinten häufig Stadtsoldaten, aber auch andere Gewerbe, unter dem Schutz eines Heiligen. Sie sind immer kirchlich gebunden und häufig sozial oder mildtätig tätig. |
| Corps | Das Corps ist eine Organisationseinheit in Schützenvereinigungen. Es kommt vom lateinischen "corpus" = "Körper" und meint eine in sich geschlossene Verbindung. |
| Dienstgrade | Wenn das Schützenwesen eine eher militärische Ausprägung hat, finden sich innerhalb der Schützen oft Rangabstufungen in Form von Dienstgraden. An der Spitze des Regiments kann ein Oberst stehen, Corps werden von Majoren oder Hauptleuten geführt. Über Leutnante, Feldwebel und Unteroffiziere geht es hinunter bis zum einfachen Schützen. |
| Engagement | Das soziale und mildtätige Engagement der Schützen ist groß. Häufig setzen sie sich für Arme, Kranke und Schwache ein und verfolgen damit das Motiv der christlichen Nächstenliebe. Ob durch ihren Jahresbeitrag oder in Form großer Hilfsaktionen: Schützen setzen sich für Benachteiligte ein. |
| Fahne | Eine Fahne zieht den Schützenzügen voran. Unter ihr vereinen sich die Schützen, sie ist ihr Stolz. Die Fahne tragen zu dürfen ist eine besondere Ehre. Fahnen sind häufig aus kostbaren Materialien gefertigt und werden als Vereinsschatz behandelt. |
| Grenadiere | Die Grenadiere gehören neben den Husaren und Jägern zu den traditionsreichsten Truppenteilen im Schützenregiment. Ursprünglich waren sie als Granatwerfer eine militärische Eliteeinheit ("granatier"). Heute präsentieren sie sich häufig nicht mehr in Uniform, sondern im Frack. |
| Husaren | Husaren sind ein Teil der leichten Kavallerie. Die Bedeutung des Namens ist unklar; vermutlich bedeutet er so viel wie "schneller Bote", könnte aber auch "Räuber" bedeuten. Die typische Kopfbedeckung des Husaren ist der Tschako. |
| Inthronisation | Die höchste Würde im Schützenwesen ist die des Königs. Wer den Vogel abschießt, ist für ein Jahr Regent der Schützenfamilie. In einer feierlichen Inthronisation erhält er sein Königssilber; häufig wird auch seine Königin mit einem Diadem gekrönt. |
| Jäger | Die Jäger sind ein sehr alter und sehr beweglicher Truppenteil. Sie gehen auf die Infanterie zurück. Zur vollgrünen Uniformfarbe tragen Sie häufig ein goldenes Eichenlaub, das in der Geschichte als Symbol für Treue und Standhaftigkeit steht. |
| Kirmes | In fast allen gehört die Kirmes zum Schützenfest dazu. Während die Schützen marschieren und um Schießpreise konkurrieren, vergnügt sich die Bevölkerung auf Fahrgeschäften, an Schau- und Imbissbuden. Besonders die Kleinen amüsieren sich auf dem Karussell, während die Älteren im Kirmeszelt gemeinsam feiern. Aber auch im Vergnügen wird die ursprüngliche kirchliche Bindung der Schützen sichtbar: das Wort ist eine Verkürzung aus "Kirchmess", einer Kirchweihfeier. |
| Lieder | Zum Schützenfest und zur Kirmes gehört Musik. Bekannte Märsche, aber auch Volkslieder erklingen auf dem Festplatz. Häufig singen die Schützen auch eigens komponierte Schützenlieder. |
| Marschieren | Seit dem 19. Jahrhundert ist das Schützenwesen stärker militärisch geprägt. Uniformen kamen auf, und die Umzüge verliefen in Reih' und Glied. Von Marschmusik begleitet, ziehen die Schützen im Gleichschritt durch die Straßen. |
| Neuss | In Neuss findet Deutschlands größtes Schützenfest statt, das von einem einzigen Verein veranstaltet wird. Jedes Jahr Ende August verwandelt sich die Stadt für fünf Tage in die Metropole des Schützenwesens: unablässig ziehen die Schützen in prachtvollen Umzügen und Paraden durch die Stadt, und die Kirmes lockt bis zu einer Million Besucher an. Grund genug, das Rheinische Schützenmuseum hier einzurichten. |
| Orden | Orden und Ehrenzeichen sind wichtige Elemente des Schützenwesens. Sie kennzeichnen die Verdienste, die ein Schütze innerhalb der Gemeinschaft geleistet hat. Orden können auch als Zeichen der Rangabstufungen (s. Dienstgrade) verliehen werden. |
| Pfeil und Bogen | Pfeil und Bogen sind die ursprünglichen Waffen der Schützen, bevor Armbrust, Gewehr und Pistole aufkommen. Der Patron der Schützen, der heilige Sebastian, wurde von numidischen Bogenschützen erschossen. Die gekreuzten Pfeile, die seine Darstellung häufig begleiten, sind zu einem typischen Erkennungsmerkmal für Schützen geworden. |
| Querflöte | Die Querflöte ist ein typisches Instrument in Spielmannszügen und Tambourcorps. Zusammen mit Blaskapellen begleiten diese Musikgruppen die Umzüge der Schützen durch die Straßen und sorgen nicht nur für den richtigen Takt, sondern auch für eine festliche Atmosphäre. |
| Regiment | Das Regiment ist die Gesamtheit der Schützen in einem Festzug. Ein Befehlshaber, zum Beispiel ein Oberst oder Kommandant, sorgt für Ordnung und den reibungslosen Ablauf der Umzüge. |
| Silber | Silber spielt im Schützenwesen eine besondere Rolle: aus Silber sind nicht nur viele Orden und Ehrenzeichen gefertigt, sondern vor allem das Königssilber, das der höchste Repräsentant für ein Jahr tragen darf. Es handelt sich häufig um alte und wertvolle Ketten, an denen der amtierende König oft ein Schild mit seinem Namen o. ä. hinterlässt. |
| Trommel | Die Trommel gehört genauso wie die Querflöte zu den typischen Musikinstrumenten eines Schützenfestzuges. Anders als die Flöte, die die Melodie vorgibt, sorgt der Trommelschläger für den richtigen Takt zum Marschieren. |
| Uniform | Heute sind die allermeisten Schützen uniformiert, das heißt: sie tragen eine einheitliche Tracht, die entweder mehr an (historischen) Militäruniformen oder an einem Jägeranzug orientiert ist. Grün ist die vorherrschende Farbe der Uniformröcke, aber es gibt auch viele Variationen. Mit dem Tragen der Uniform reihen sich die Schützen nicht nur in eine militärische Tradition ein, sondern bringen damit auch optisch ihre Zusammengehörigkeit zum Ausdruck. |
| Vogel | Der Vogel ist für alle Schützen das Objekt der Begierde: ihn abzuschießen heißt, zum Schützenkönig und damit höchsten Würdenträger der Schützen zu werden. Natürlich sind es keine echten Vögel, sondern hölzerne Attrapen, die auf einer Stange befestigt heruntergeschossen werden müssen. Ein zielsicheres Auge gehören dazu ebenso wie ein Quäntchen Glück. |
| Wiese | Auf der Wiese, dem Dorf- oder Kirchplatz oder auch dem Schulhof findet das Schützenfest statt. Meist sind es großzügig bemessene Flächen, auf denen ein Festzelt aufgebaut werden kann, ein Hochstand für das Vogelschießen steht und vielleicht auch Kirmesbuden ihren Platz haben. |
| X-Y-Chromosen | Die Chromosomenverteilung kann im Schützenwesen eine besondere Bedeutung haben: manchmal ist ein XY-Chromosensatz, also die Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht, Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einer Schützenvereinigung. Oft sind Frauen aber, sowohl historisch wie auch gegenwärtig, völlig gleichberechtigt und spielen immer als Frau hinter dem Mann die wichtige Rolle, dass "mann" das Haus immer in ordentlicher Uniform, rasiert und gekämmt verlässt. |
| Zapfenstreich | Der Zapfenstreich gehört zu den militärischen Traditionen, die das Schützenwesen aufgegriffen hat. Es ist ein oft emotionaler Höhepunkt eines Festes, der meist zur Eröffnung oder zum Abschluss gespielt wird. Dabei ziehen die Schützen nach Einbruch der Dunkelheit mit Pechfackeln auf und bilden einen stimmungsvollen Rahmen für die genau festgelegte Musikabfolge, die von Tambourkorps und Blaskapellen aufgeführt wird. |


