Wie schmeckt das Schützenfest? Von Altbier, Kirmesschinken und Puspas-Birnen
Neue Sonderausstellung wird am 9. Juni 2013 eröffnet.
Eine Feier ohne Essen und Trinken ist kaum denkbar! Dies gilt auch für das Schützenfest, das zentrale Ereignis der Schützenvereine und -bruderschaften im Rheinland. Und diese Verbindung hat eine lange Tradition: Bereits die Schützenbruderschaften in der Frühen Neuzeit trafen sich regelmäßig zu einem gemeinsamen Festmahl mit reichlich Bier und Wein. Der Wein spielt inzwischen keine große Rolle mehr, aber für das Bier gilt bis heute: Ob nach den Umzügen, auf der Festwiese oder abends beim Schützenball – ein Glas Altbier gehört dazu. 
Darüber hinaus ist das Schützenfest für viele auch mit ganz bestimmten Geschmackserinnerungen verbunden. Auf die Frage „Wie schmeckt das Schützenfest?“ können viele schnell eine Antwort geben: nach dem Schinken, der in der Kindheit noch extra für die Festtage gepökelt wurde, nach dem Birnenkompott, das es nur zum Schützenfest gab, oder nach Zuckerwatte, kandierten Äpfeln und gebrannten Mandeln, die den Kirmesrundgang bis heute versüßen.
Die Ausstellung verfolgt die Tradition vom frühneuzeitlichen Festmahl der Bruderschaften bis zu den heutigen Erscheinungsformen des öffentlichen Volksfestes. Zu den behandelten Themenschwerpunkten gehören Fragen nach Festterminen und Festformen, Trinkritualen und Trinkgefäßen, nach Geschmackserinnerungen und besonderen Festspeisen, nach der Bedeutung des Trinkens für die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Schützen früher und heute sowie nach den Stammlokalen der Schützen, die als Orte des Genusses und der Kommunikation eine besondere Rollte spielen.
Eine Übersicht über das umfangreiche Begleitprogramm finden Sie hier.
Traditionelle Martinsfeier im SchützenmuseumDas Rheinische Schützenmuseum Neuss und die Bürgergesellschaft zu Neuss laden am Sonntag, 11. November 2012 Kinder und Erwachsene zu einer traditionellen Neusser Martinsfeier in das Schützenmuseum an der Oberstraße in Neuss ein. Das Programm beginnt mit einer Vorführung des Düsseldorfer Handpuppentheaters „Der Kasperkoffer“. Ab 16 Uhr können große und kleine Zuschauer ein vergnügtes Possenstück aus Kaspers Kinder- und Jugendtagen miterleben. Und während die Kinder bei dem Stück „Die lachenden Brötchen“ zuschauen, können die Eltern die Ausstellung im Museum besuchen. Um 17 Uhr sind alle Interessierten in den Innenhof von Haus Rottels eingeladen, wo bekannte und unbekannte Lieder, Gedichte, Geschichten und Anekdoten rund um das Martinsfest in Hochdeutsch und in Nüsser Platt zu hören sind. Mitsingen ist dabei ausdrücklich erwünscht. Und auch bei alten Bräuchen wie dem „Kääzkessprenge“, also Kerzenspringen, können die Besucher mitmachen. Für Kinder gibt es eine Spiel- und Bastelaktion. Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Angeboten werden Glühwein, Weckmannschnitten und warme Martinsküchlein, die traditionellen „Mäteskoke“. Da eine Martinsfeier ohne leuchtende Fackeln nur halb so schön ist, werden alle Besucher gebeten, bunte Laternen mitzubringen. Der Eintritt für das Theaterstück beträgt für Kinder ab 3 Jahren 4,50 Euro. Die Teilnahme an den anderen Programmpunkten ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Den Flyer zu der Veranstaltung finden Sie hier. Aktuelle Sonderausstellung „Wenn der Vater mit dem Sohne …“Seit dem 24. Juni 2012 ist im Rheinischen Schützenmuseum die Sonderausstellung „Wenn der Vater mit dem Sohne … Schützenwesen ist Familiensache“ zu sehen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage, wie sich eine Tradition wie das Schützenwesen nun schon seit mehr als 600 Jahren in Neuss und im ganzen Rheinland lebendig halten kann. Doch diese Frage verwundert nur diejenigen, die nicht hier aufgewachsen sind. Denn für die anderen ist die gelebte Tradition von Kind auf eine Selbstverständlichkeit. In Neuss – und in vielen anderen rheinischen Städten und Dörfern – wachsen die Kinder mit dem bunten Treiben beim Schützenfest auf und so allmählich in den Schützenverein hinein. Ihre ersten Erfahrungen mit dem Schützenfest sammeln sie bereits als Kleinkinder auf den Schultern der Väter, im Kindergarten basteln sie sich den ersten Schützenhut und mit 18 Jahren schließen sich dann viele jugendliche Freundeskreise zu einem eigenen Schützenzug zusammen. Und wenige Jahre später heben sie dann vielleicht ihre eigenen Kinder auf die Schultern, um ihnen den Blick auf den Schützenzug zu ermöglichen. Die Ausstellung thematisiert aber nicht nur die Rolle der Kinder, sondern gibt auch Einblick in ein „Familienmuseum von A bis Z“: Nach einem Zeitungsaufruf haben einige Neusser sich für die Dauer der Ausstellung von ihren Familienerbstücken getrennt, die nun im Schützenmuseum präsentiert werden, geordnet von A wie Aschenbecher bis Z wie Zweispitz. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung des Schützenfestes hin zu einem allgemeinen Stadt- und Familienfest seit dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Museums am Mittwoch und Sonntag von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung zu sehen. Die Sonderausstellung ist Teil Museumsnetzwerks Niederrhein, bei dem sich 2012 20 größere und kleinere Museen der Region zusammengeschlossen haben, um jeweils eine Ausstellung zum Thema „Niederrheinische Familiengeschichte(n)“ zu präsentieren. Die Zusammenarbeit wird koordiniert vom Kulturraum Niederrhein e.V. und gefördert von der Regionalen Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Landschaftsverband Rheinland. Weitere Informationen zum Netzwerk finden sich unter: www.niederrhein-museen.de.Führung zu den Wallanlagen
Ferienspaß im Schützenmuseum
Eine Anmeldung unter Telefon 02131/904144 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ist erforderlich. Eine Programmübersicht finden Sie hier. |



Am kommenden Sonntag, 7. Oktober 2012, um 14.30 Uhr startet am Rheinischen Schützenmuseum Neuss eine Führung zu den historischen Wall- und Verteidigungsanlagen der Stadt. Peter Albrecht gibt auf dem unterhaltsamen Rundgang Einblick in die Veränderung von der Stadtmauer bis hin zum heutigen Verkehrs- und Erholungsraum. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Besuch des Schützenmuseums.
In den Sommerferien bieten wir wieder Mitmachprogramme für Kinder an. Die Programme finden jeweils mittwochs um 11 Uhr oder 14 Uhr statt und dauern ein bis zwei Stunden. Die Teilnahme ist kostenfrei, lediglich bei einigen Programmen wird eine kleine Unkostenpauschale für Material erhoben.